Google hat AI-Agenten ein Gesicht gegeben. Gemini 3.8 Live erstellt sprechende Avatare in Echtzeit4 Quellen · 4 Artikel
Google hat am 24. September 2026 „Gemini 3.8 Live with Live Avatar“ vorgestellt, eine Erweiterung der Live-Dialogmodelle um eine nahezu in Echtzeit erzeugte visuelle Präsenz.
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Google hat am 24. September 2026 „Gemini 3.8 Live with Live Avatar“ vorgestellt, eine Erweiterung der Live-Dialogmodelle um eine nahezu in Echtzeit erzeugte visuelle Präsenz. Der Avatar hört die Stimme des Nutzers, sieht das Kamerabild und antwortet mit Audio und Video; Mundbewegungen passen zum Sprechen, die Mimik ändert sich natürlich, Sprecherwechsel laufen flüssig. Bild- und Toneingaben werden gleichzeitig verarbeitet. Die Sprachausgabe unterstützt 97 Sprachen mit angepasstem Lip-Sync und Mimik. Im Hintergrund kann der Avatar Werkzeuge aufrufen und Daten abrufen, ohne das Gespräch zu unterbrechen. Neben vorgefertigten Avataren können Unternehmen eigene Avatare aus einem Referenzbild erstellen; das ist nur über eine Freigabeliste für Unternehmen möglich. Alle Ausgaben versieht Google mit dem Wasserzeichen SynthID. Der Dienst ist in Gemini Enterprise verfügbar. Die Quellen berichten weitgehend übereinstimmend. Der Dienst ist ab dem 24. September 2026 für Unternehmen in Gemini Enterprise allgemein verfügbar; zuvor war die Technik auf der „Google Cloud Next 2026“ gezeigt worden. Der Avatar wechselt während eines Gesprächs automatisch zwischen Sprachen; Lip-Sync und Mimik folgen ohne Qualitätsverlust. Auch bei Unterbrechungen behält der Avatar den Gesprächskontext. Als Einsatzfelder gelten Kundenbetreuung, dialogische Anleitungen, Kiosk-Terminals in Web, mobilen Apps und im Laden, Markenbotschafter, Einkaufsassistenten im E-Commerce und NPCs in Spielen. Cox Automotive hat für „Autotrader“ einen Avatar-Assistenten gebaut, der bei Suche, Vergleich und Kreditanfragen hilft. Zur Sicherheit dienen Zulassungsliste und Prüfverfahren, Bewertungen durch ein internes Sicherheitsteam, Red-Teaming und Prüfungen zur Kindersicherheit. Die Ausgabe umfasst Audio, Video und Text mit einem Limit von 24.000 Tokens (ohne Avatar 64.000). Gespräche laufen nur wenige Minuten, nicht Stunden. Verfügbar ist der Dienst für Geschäftskunden über die Google-Cloud-Konsole oder die Live API, mit Endpunkten in den USA und der EU sowie „Provisioned Throughput“. „Gemini 3.8 Live Extended Thinking“ bleibt in limitierter Vorschau. Die Abrechnung erfolgt nach Verbrauch pro Million Tokens: Avatar-Videoausgabe 1 Dollar, Texteingabe 0,75 Dollar, Bild- und Videoeingabe 1 Dollar, Audioeingabe 3 Dollar, Textausgabe 4,5 Dollar, Audioausgabe 12 Dollar. Avatar-Video wird mit 6192 Tokens pro Sekunde berechnet; abgerechnet wird nur die Sprechzeit des Avatars, nicht das Zuhören. Bei der Live API werden pro Gesprächsrunde auch die bisher angesammelten Tokens erneut berechnet. Eine Verbraucherversion hat Google nicht angekündigt. Grundlage ist das erst vergangene Woche vorgestellte Gemini 3.8 Live. Im Speech-to-Speech Quality Index von Artificial Analysis erreicht die Extended-Thinking-Variante mit 82,6 Punkten den ersten Platz, Gemini 3.8 Live Rang fünf. Der Avatar ist direkt in das Sprachmodell eingebaut, nicht als separater Generator angehängt. Der Avatar wird mit bis zu 24 Bildern pro Sekunde erzeugt. Zwei Funktionen sind standardmäßig aktiv: „Affective dialogue“ berücksichtigt Tempo, Pausen, Intonation und emotionale Signale des Gegenübers, „Proactive audio“ filtert Hintergrundgeräusche und fremde Gespräche. Die Verbindung läuft über WebSocket. Das Modell nimmt Audio im PCM-Format mit 16 kHz, Text und JPEG-Videobilder auf, analysiert eingehendes Video mit bis zu einem Bild pro Sekunde und gibt Audio mit 24 kHz, Text und MP4-Video aus. Das Kontextfenster umfasst bis zu 128.000 Token, mit Live Avatar bis zu 24.000 Token. Die Kennung in der API lautet gemini-3.8-live. Bilder von Minderjährigen und Prominenten sind verboten, Rechte an Gesicht und Stimme müssen vorliegen. Live Avatar ist nur für wenige Minuten Dauerbetrieb ausgelegt, Verzögerungen, Timeouts und Halluzinationen sind möglich, der Wissensstand reicht bis Januar 2025.