Im Quellenvergleich
Worin die Quellen übereinstimmen
Ein US-Bundesberufungsgericht in Washington, DC, hat am Freitag mit 2:1 die Einstufung von Anthropic als Risiko für die Lieferkette durch das US-Verteidigungsministerium bestätigt. Nach Auffassung der Mehrheitsmeinung lagen ausreichend Belege dafür vor, dass die weitere Integration von Claude in die Informationssysteme des Ministeriums ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellt. Anthropic lehnt die Entscheidung ab und prüft weitere rechtliche Schritte. Das Pentagon hatte Anthropic in diesem Jahr nach zwei getrennten Lieferketten-Gesetzen sanktioniert, um Claudes KI-Modelle aus dem Militär und anderen Teilen der Bundesregierung zu entfernen. Anthropic hatte erklärt, die Regierung dürfe seine aktuellen Modelle nicht für autonome Waffen oder inländische Überwachung einsetzen. Verteidigungsminister Pete Hegseth wertete diese Haltung als erhebliches Risiko für die nationale Sicherheit. Ein Bundesrichter in San Francisco hatte eine der beiden Einstufungen im März aufgehoben und dies im vergangenen Monat bestätigt; die andere bleibt bestehen. Die Richter wiesen Anthropics Vorwürfe zurück, Verfahrensrechte und Meinungsfreiheit seien verletzt worden. Das Pentagon habe Anthropic ausgeschlossen, weil das Unternehmen eine Vertragsklausel ablehnte, nicht wegen dessen Haltung zur KI-Regulierung. Die beiden Richter, die gegen Anthropic entschieden, wurden von Trump ernannt. Das Gericht erklärte, der Fall werfe schwierige Fragen zum Militäreinsatz einer kaum vorstellbar mächtigen neuen Technologie auf. Handelsminister Howard Lutnick sagte kürzlich, die Regierung und Anthropic hätten ihr Verhältnis wieder in Ordnung gebracht.
Aktualisierungen
25.09.2026
22:06Die beiden Richter, die gegen Anthropic entschieden, wurden von Trump ernannt.
Das Gericht erklärte, der Fall werfe schwierige Fragen zum Militäreinsatz einer kaum vorstellbar mächtigen neuen Technologie auf.
Handelsminister Howard Lutnick sagte kürzlich, die Regierung und Anthropic hätten ihr Verhältnis wieder in Ordnung gebracht.
Worin sie sich unterscheidenHöhe des finanziellen Schadens für Anthropic·Begründung der Einstufung durch die Regierung·Reaktionen aus Tech-Branche und Militär+5 weitere
Höhe des finanziellen Schadens für Anthropic- Anthropic beklagte Umsatzverluste, weil Kunden die Zusammenarbeit mit einem „Government pariah“ scheuten; genauere Zahlen nannte das Unternehmen nicht.1
- Die Einstufung hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Milliarden Dollar gekostet und schadet dem geplanten Börsengang.2
Begründung der Einstufung durch die Regierung- Die Regierung war befugt, Anthropic zu sperren, weil das Unternehmen bestimmte KI-Funktionen zurückhielt – auch ohne böse Absicht; die USA fürchteten, zu stark eingeschränkte KI-Modelle könnten unerwartet ausfallen und militärische Operationen scheitern lassen.3
Reaktionen aus Tech-Branche und Militär- Beschäftigte bei Google und OpenAI kritisierten Deals ihrer Arbeitgeber mit dem US-Militär, die Unternehmen wiesen die Proteste zurück.1
- Teile der Tech-Branche und ehemalige Militärs stellten sich auf die Seite von Anthropic.2
Vereinbarkeit der Einstufung mit der weiteren Nutzung von Anthropic-Modellen- US-Sicherheitsdienste nutzen die KI-Modelle von Anthropic intensiv; wie sich das mit der Einstufung als Lieferkettenrisiko vereinbaren lässt, bleibt offen.2
Dauer des Verfahrens- Beide Entscheidungen könnten sich über Jahre hinziehen.1
Ersatz von Claude durch Alternativen- Das Pentagon machte keine detaillierten Angaben zum Ersatz von Claude durch Alternativen.1
Politische Motivation der Regierung- Die Trump-Regierung will das Unternehmen offenbar abstrafen, weil sie es als „links“ und „woke“ einstuft; Präsident Trump sagte das sehr explizit.2
Rechtliche Grundlage und richterliche Begründung- Der Minister habe seine Befugnisse nach dem Supply Chain Security Act und der Verfassung nicht überschritten.3
- Anthropic hatte im März geklagt, nachdem Trump und Hegseth Bundesbehörden angewiesen hatten, Anthropic-Produkte nicht mehr zu nutzen, und Verteidigungsauftragnehmern Geschäfte mit dem Unternehmen verboten hatten.3