Im Quellenvergleich
Worin die Quellen übereinstimmen
Norwegen verbietet den Einsatz generativer KI-Tools an Grundschulen weitgehend. Premierminister Jonas Gahr Støre begründet die Maßnahme mit sinkenden Lernergebnissen. Das Verbot gilt ab dem Schuljahr Ende August. Für Schüler von sechs bis 13 Jahren ist KI grundsätzlich nicht erlaubt. Bei 14- bis 16-Jährigen ist KI nur unter Aufsicht gestattet. Ältere Schüler sollen den angemessenen Umgang mit KI erlernen. Die Regierung fördert zudem die Anschaffung physischer Lehrmittel wie Bücher. Norwegen hatte bereits Smartphones an Schulen verboten und plant ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige.
Worin sie sich unterscheiden
Altersgrenzen für das KI-Verbot- Für Kinder von sechs bis 13 Jahren gilt ein generelles KI-Verbot. Bei 14- bis 16-Jährigen sind KI-Tools nur unter strenger Aufsicht erlaubt. Erst ab 17 Jahren sollen Schüler gezielt KI-Kompetenzen vermittelt bekommen.1
- Schüler der Klassen 1 bis 7 (6 bis 13 Jahre) sollen grundsätzlich keine KI nutzen. In der Sekundarstufe I (14 bis 16 Jahre) ist der Einsatz unter Aufsicht erlaubt. Ältere Schüler sollen den angemessenen Umgang mit KI erlernen.2
- Ab dem neuen Schuljahr dürfen Schüler von sechs bis 13 Jahren keine KI nutzen. Jugendliche von 14 bis 16 Jahren dürfen KI nur unter Aufsicht von Lehrern verwenden. Für 17- bis 19-Jährige ist ein geführter Umgang mit KI vorgesehen.3
- Schüler sollen erst in der Mittelschule vorsichtig an Künstliche Intelligenz herangeführt werden. Vor dem Schulabschluss sollen sie jedoch den Umgang mit KI lernen.4
Begründung des Verbots durch sinkende LernergebnissePremierminister Jonas Gahr Støre begründet den Schritt mit sinkenden Testergebnissen und argumentiert, Kinder müssten erst lesen, schreiben und rechnen lernen.13- Premierminister Jonas Gahr Stoere begründete dies damit, dass unkritische KI-Nutzung Schüler wichtige Lernschritte überspringen lasse. Er verwies auf einen Rückgang der Lernergebnisse seit etwa 2015 und macht Smartphones, Bildschirme und Algorithmen mitverantwortlich.2
Wirkung des vorherigen Smartphone-Verbots- Eine Studie über 400 Mittelschulen zeigte messbare Erfolge: weniger Mobbing, bessere Noten und ein Rückgang der Besuche bei schulpsychologischen Diensten um rund 60 Prozent.1
Aktuelle KI-Nutzung an Schulen vor dem Verbot- Einem Bericht zufolge nutzten drei von vier Grundschulen und über 90 Prozent der weiterführenden Schulen KI-Tools.3
Flankierende Maßnahmen- Die Regierung will per Gesetz festschreiben, dass Kommunen wieder mehr physische Lehrmittel wie Bücher bereitstellen müssen.2
- Oslo fördert die Anschaffung klassischer Schulbücher. Die Regierung plant zudem ein Gesetz, das Kindern unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbieten soll.1
Internationale Einordnung- Auch andere Länder schränken KI-Nutzung ein, etwa Japan und die USA. Im Kontrast dazu führen die Vereinigten Arabischen Emirate KI als Pflichtfach ein. In Deutschland hält die Kultusministerkonferenz ein Verbot für „realitätsfern“.2
- Als Gegenbeispiel wird China genannt, das KI als Bildungspfeiler sieht und Lehrer darin schult, Kindern kritisches Denken im Umgang mit KI beizubringen.3