Im Quellenvergleich
Worin die Quellen übereinstimmen
Google hat den AlphaGenome Atlas vorgestellt, eine prädiktive Karte von DNA-Buchstabenveränderungen im menschlichen Genom. Die Arbeit entstand mit Forschungspartnern mehrerer Institutionen, darunter die University of Exeter, das Broad Institute und die Harvard University. Die Plattform ist im Web verfügbar und bewertet die Wirkung von 9 Milliarden Einzelbuchstaben-Veränderungen. Ein Vorgängermodell, AlphaGenome, konnte nur Einzelfälle analysieren. Der neue Atlas ist ein Datensatz von einem Petabyte und damit dreißigmal größer als die AlphaFold-Datenbank. Zusätzlich gibt es den Indikator AVI (AlphaGenome Variant Impact Score), der zwei Modelle kombiniert und deren Vorhersagen in einer Zahl zusammenfasst. Google berichtet von ersten Anwendungen: Forscher des Broad Institute nutzten den AVI, um bei ungeklärten seltenen Krankheiten eine Variante im Gen DNM1 zu finden, die mit schwerer Epilepsie zusammenhängt. Labortests bestätigten die Vorhersage. Ein Forscher der Universität Exeter fand mit dem Atlas bei Daten von über 54.000 Briten 22 Prozent mehr genetische Assoziationen. Der Atlas ist ab sofort über die Webseite, eine API und in Antigravity verfügbar. Die kommerzielle Nutzung über Google Cloud soll folgen. Die Datenbank ist für akademische Forschung kostenlos nutzbar. Der AVI-Score kombiniert Vorhersagen von AlphaGenome und dem bestehenden Modell AlphaMissense und bewertet Varianten in kodierenden und nicht-kodierenden Bereichen. Der Atlas bündelt vorab berechnete Ergebnisse des Genom-Analyse-KI AlphaGenome in einer durchsuchbaren Datenbank. Das menschliche Genom umfasst rund 3 Milliarden Basen; da jeweils drei weitere DNA-Basen möglich sind, schickt das System insgesamt 9 Milliarden Basen durch die AlphaGenome-Software. AlphaGenome soll die Funktionen nicht-kodierender DNA bestimmen, die keine Proteine kodiert, aber den Großteil des Genoms ausmacht. Ein Teil dieser DNA steuert die Aktivität der protein-kodierenden Abschnitte, etwa wo und wann messenger-RNAs entstehen und wie sie verarbeitet werden. Der AVI-Score zeigt auch Details zu gestörten molekularen Prozessen wie RNA-Splicing. Der Atlas wurde am 8. September veröffentlicht. Grundlage ist das 2025 vorgestellte KI-Modell AlphaGenome, das DNA-Abschnitte von einer Million Buchstaben Länge liest und vorhersagt, wie stark ein Gen abgelesen wird, ob Steuerproteine an die DNA binden oder wie die Abschrift zurechtgeschnitten wird. Im Schnitt liegen rund 27.000 Vorhersagewerte pro Variante vor. Der AVI-Score kombiniert zusätzlich zwei Evolutionsmaße und kommt mit 18 Eingangsmerkmalen aus. Das Team trainierte indirekt: seltene Varianten gelten als wahrscheinlich schädlich, häufige als harmlos. Deepmind nennt Grenzen: Das Modell kennt nicht alle Zelltypen und erfasst keine Effekte, die über die Menge anderer Steuerproteine wirken. Atlas und AVI seien Forschungswerkzeuge und könnten nur ein Glied in der Beweiskette einer Diagnose sein. Der Atlas ist für nichtkommerzielle Nutzung über ein Webportal, eine API und als Skill in Google Antigravity verfügbar. Der Atlas deckt Vorhersagen für Hunderte Zelltypen und Gewebe ab. Die 9 Milliarden bewerteten Varianten sind mögliche Änderungen einer Referenzsequenz, keine beobachteten Patientenmutationen und nicht alle denkbaren Kombinationen. Der AVI-Score kombiniert zusätzlich evolutionäre Konservierung und Annotationen kodierender Regionen, seine Beiträge lassen sich zerlegen. DeepMind gibt an, das Werkzeug sei nicht für klinische Nutzung validiert oder zugelassen. Vorberechnete Ergebnisse laufen meist schneller als Berechnungen auf Anfrage. Der Atlas ist auch als Skill in Google Antigravity verfügbar.
Aktualisierungen
09.09.2026
00:06Die Datenbank ist für akademische Forschung kostenlos nutzbar.
Der AVI-Score kombiniert Vorhersagen von AlphaGenome und dem bestehenden Modell AlphaMissense und bewertet Varianten in kodierenden und nicht-kodierenden Bereichen.
10.09.2026
07:10Der Atlas bündelt vorab berechnete Ergebnisse des Genom-Analyse-KI AlphaGenome in einer durchsuchbaren Datenbank.
Das menschliche Genom umfasst rund 3 Milliarden Basen; da jeweils drei weitere DNA-Basen möglich sind, schickt das System insgesamt 9 Milliarden Basen durch die AlphaGenome-Software.
AlphaGenome soll die Funktionen nicht-kodierender DNA bestimmen, die keine Proteine kodiert, aber den Großteil des Genoms ausmacht.
Ein Teil dieser DNA steuert die Aktivität der protein-kodierenden Abschnitte, etwa wo und wann messenger-RNAs entstehen und wie sie verarbeitet werden.
Der AVI-Score zeigt auch Details zu gestörten molekularen Prozessen wie RNA-Splicing.
08:11Der Atlas wurde am 8. September veröffentlicht.
Grundlage ist das 2025 vorgestellte KI-Modell AlphaGenome, das DNA-Abschnitte von einer Million Buchstaben Länge liest und vorhersagt, wie stark ein Gen abgelesen wird, ob Steuerproteine an die DNA binden oder wie die Abschrift zurechtgeschnitten wird.
Im Schnitt liegen rund 27.000 Vorhersagewerte pro Variante vor.
Der AVI-Score kombiniert zusätzlich zwei Evolutionsmaße und kommt mit 18 Eingangsmerkmalen aus.
Das Team trainierte indirekt: seltene Varianten gelten als wahrscheinlich schädlich, häufige als harmlos.
Deepmind nennt Grenzen: Das Modell kennt nicht alle Zelltypen und erfasst keine Effekte, die über die Menge anderer Steuerproteine wirken.
Atlas und AVI seien Forschungswerkzeuge und könnten nur ein Glied in der Beweiskette einer Diagnose sein.
Der Atlas ist für nichtkommerzielle Nutzung über ein Webportal, eine API und als Skill in Google Antigravity verfügbar.
25.09.2026
13:09Der Atlas deckt Vorhersagen für Hunderte Zelltypen und Gewebe ab.
Die 9 Milliarden bewerteten Varianten sind mögliche Änderungen einer Referenzsequenz, keine beobachteten Patientenmutationen und nicht alle denkbaren Kombinationen.
Der AVI-Score kombiniert zusätzlich evolutionäre Konservierung und Annotationen kodierender Regionen, seine Beiträge lassen sich zerlegen.
DeepMind gibt an, das Werkzeug sei nicht für klinische Nutzung validiert oder zugelassen.
Vorberechnete Ergebnisse laufen meist schneller als Berechnungen auf Anfrage.
Worin sie sich unterscheidenZweck und Einordnung des Tools·Begründung für die Notwendigkeit des Tools·Anzahl der bewerteten Varianten+7 weitere
Zweck und Einordnung des Tools- Der Atlas ist ein Katalog molekularer Vorhersagen, mit dem Forschende die wahrscheinlichsten wirksamen Varianten finden und Hypothesen für Experimente bilden können.1
- Der Atlas ist eine Plattform, die vorhersagt, wie genetische Mutationen die Biologie beeinflussen, und laut Google der vollständigste Katalog dieser Art.2
Begründung für die Notwendigkeit des Tools- Labortests für jede mögliche Variante sind praktisch unmöglich.2
- Die 90 Milliarden Varianten lassen sich experimentell nicht einzeln prüfen, deshalb greifen Forscher auf die Vorhersagen zu.3
- Funktionsfähige Abschnitte lassen sich leichter erkennen, wenn ein einziges Softwarepaket die Analyse erledigt.4
Anzahl der bewerteten Varianten- Die Datenbank enthält Vorhersagen für rund 90 Milliarden mögliche Einzelbasen-Varianten im menschlichen Genom.3
Zusätzliche Funktionen des AVI-Scores- Ein hoher Wirkungs-Score priorisiert die Prüfung, ein vorhergesagter Spleiß-Effekt deutet auf einen konkreten Mechanismus.1
Ergebnisse der Anwendung am Broad InstituteForscher des Broad Institute nutzten den AVI, um bei ungeklärten seltenen Krankheiten eine Variante im Gen DNM1 zu finden, die mit schwerer Epilepsie zusammenhängt.23- Bei einer Person mit epileptischer Enzephalopathie führt eine intronische Variante des Gens DNM1 die Rangliste an, das Modell sagt abnormales Spleißen mit 13 zusätzlichen Aminosäuren voraus, und Minigen-Experimente in fünf Zelllinien stützen die Anomalie.1
- Bei einem Kind mit schwerer Epilepsie setzte AVI eine bislang unklare Variante im Gen DNM1 an die Spitze der Kandidatenliste, die Vorhersagen lieferten den Mechanismus einer falschen Schnittstelle beim Zurechtschneiden der Gen-Abschrift, die das Protein um 13 Bausteine verlängert, und zwar nur in einer im Gehirn abgelesenen Genversion.5
Ergebnisse der Anwendung an der Universität Exeter- Die Universität Exeter wandte den Atlas auf über 54.000 Genome an und fand 22 Prozent mehr Varianten-Zusammenhänge in nicht-kodierenden Bereichen.3
- Gareth Hawkes von der University of Exeter gruppierte damit in Genomdaten von über 54.000 UK-Biobank-Teilnehmenden nur Varianten mit laut Vorhersage gleicher Wirkung und fand so 22 Prozent mehr Zusammenhänge zwischen nichtcodierenden Varianten und Proteinspiegeln im Blut als mit herkömmlichen Filtern.5
Offene Fragen zum Nutzen des Tools- Es bleibt offen, was AlphaGenome über das hinaus bietet, was sich schon aus seinen Trainingsdaten ableiten ließe – das zeigt sich erst, wenn Biologen das Werkzeug intensiv nutzen.4
- Der Bericht nennt Grenzen: Zelltypen fehlen in den Daten, manche Mechanismen sind nicht direkt modelliert.1
Leistungsvergleich des AVI-Scores mit anderen Werkzeugen- In Tests mit klinisch eingestuften Varianten schnitt AVI laut Paper vor allem in nichtcodierenden Bereichen deutlich besser ab als bisherige Werkzeuge, bei einigen Aufgaben lag die Konkurrenz aber knapp vorn.5
- Im Rückblick auf gelöste Fälle landete die ursächliche Variante mit AVI in 29,5 Prozent der Fälle unter den 50 besten Kandidaten, mit CADD in 12,5 Prozent.5
Weitere abgeleitete Ergebnisse des Atlas- Das Team leitete 2.601 wiederkehrende kurze DNA-Muster ab, an denen Steuerproteine andocken.5
- Das Stowers Institute, Partner der Studie, arbeitet an regulatorischen Motiven.1
Beschreibung der nicht-kodierenden DNA- Vieles von der nicht-kodierenden DNA scheint nur Überrest von Viren und anderen molekularen Parasiten zu sein.4